Passionskonzert am 23. 3. 2026

Ein tiefgreifendes Bekenntnis in Tönen

Sing- und Musikschule Emertsham spielt beim Passionskonzert in Peterskirchen Haydns „Sieben letzte Worte“

Peterskirchen. Es war ein Abend der Einkehr und der musikalischen Exzellenz, als die Pfarrkirche Peterskirchen zum Schauplatz einer beeindruckenden Passionsaufführung wurde. Joseph Haydns monumentales Werk. „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“ (Hob. XX:2) erklang in einer Intensität, die die Zuhörer das Leiden und die Hoffnung der Karwoche unmittelbar spüren ließ. Den Einstieg machte der Chor mit dem Beginn des Psalms 43, von der „Betonung der Umkehr“ in den ersten Wochen der Fastenzeit zu einem stärkeren Gedenken an die Passion Christi überleitet. Unter der Leitung von Leopold Gnedel entfalteten im Anschluss der Chor und das Orchester der Musikschule Emertsham einen Klangteppich von bemerkenswerter Dichte mit Haydns Werk aus der arrangierten Oratorienfassung (Hob. XX/2) von 1786. Gnedel, der das Ensemble mit präziser Zeichengebung und feinem Gespür für Haydns Dynamik führte, hielt die Spannung über die sieben langsamen Sätze hinweg meisterhaft aufrecht.

Passionskonzert 2026


Das Solistenquartett erwies sich als ideale Besetzung für die Aufführung. Verena Apfelböck (Sopran) bestach durch eine glasklare Höhe, während Cornelia Klüter (Alt) mit warmem, fundiertem Timbre die tragischen Momente untermalte. Franz Krähschütz verlieh den Tenorpartien mit edler Diktion Glanz, und Hans-Joachim Bernhart (Bass) bot ein würdevolles, sonores Fundament. Besonders in den Ensemblesätzen verschmolzen die vier Stimmen zu einer harmonischen Einheit. Besonders imposant war der Auftritt der Holzbläser: Barbara Wapler und Claudia Judex an den Oboen sowie Dr. Peter Wapler am Fagott setzten mit ihren feinfühligen Kantilenen Akzente, die wie Klagerufe durch das Kirchenschiff hallten. Gabi Munz an der Orgel sorgte für die nötige klangliche Erdung und reihte sich nahtlos in das Orchestergefüge ein. Die instrumentale und gesangliche Darbietung wurde durch die Texte von Pfarrer Michael Brüderl noch vertieft. Als Sprecher verstand er es, die biblischen Worte mit einer schlichten Ernsthaftigkeit vorzutragen, die dem Publikum Raum zur Reflexion gaben. Das Einstudierte, für das sich neben Gnedel auch Musikschulleiterin Ulrike Wiedmann-Feichtl verantwortlich zeichnete, war rundum gelungen: Der Chor agierte diszipliniert und klangstark, das Orchester bewies eine beachtliche Homogenität. Nach dem finalen „Il Terremoto“ (Das Erdbeben), das Haydns Werk mit dramatischer Wucht beschließt, herrschte zunächst ergreifende Stille in der Pfarrkirche, bevor Pfarrer Brüderl mit letzten Worten die Konzertbesucher entließ. -hm

Text und Bild: Marianne Herbst