36. Akkordeontag am 7. 2. 2026

Instrument des Jahres 2026 würdig präsentiert
Akkordeontag der Musikschule Emertsham mit famosen Leistungen

Emertsham.  Mit beachtlichen Leistungen präsentierten sich kürzlich die Akkordeonschüler des Musiklehrers Helmut Jahn beim 36. Akkordeontag der Sing- und Musikschule Emertsham. Die vielseitig dargebotene Literatur wurde mit Solo-, Duo- und Triovorträgen unter Beweis gestellt.

Zur Einführung freute es Helmut Jahn, daß das Akkordeon von den deutschen Landesmusikräten zum Instrument des Jahres 2026 gekürt wurde und somit eine besondere Auszeichnung, aber auch Wertschätzung dadurch erhält. Da es heutzutage in einer Vielzahl von Musikstilen eingesetzt wird und es in der Lage ist, Melodie, Harmonie und Rhythmus gleichzeitig zu erzeugen, machen diese Eigenschaften es zu einem idealen Instrument für Solo-Performances sowie für Ensembles und Orchester.

Helmut Jahn (vorne) begeisterte wieder mit seinen Schülern beim 36. Akkordeontag in  der Sing- und Musikschule Emertsham (Foto: Melanie Wagner).

Nach einer kurzen Instrumentenkunde durch ein in seine Bestandteile zerlegtes Akkordeon traten im Laufe der Vorspielgruppen Anfänger und fortgeschrittene Schüler auf, welche bei den Vorträgen eine gute Vorbereitung erkennen ließen. Das Alter der Anfänger erstreckte sich von sechsjährigen Kindern über zwölfjährige Jugendliche bis hin zu den Erwachsenen, so daß man vom Vorschulalter ausgehend unbegrenzte Einstiegsmöglichkeiten im Fach Akkordeon feststellen konnte. Die Schüler, welche erst vor kurzem mit dem Unterricht begonnen hatten, zeigten erstaunlich gute Leistungen und sicheres Auftreten. Das mutig und selbstbewußt dargebotene Auswendigspiel fiel bei den fortgeschrittenen Schülern sehr positiv auf. Aus dem Bereich der heimischen Volksmusik und der volkstümlichen Unterhaltungsmusik wurden diverse Ländler, Polkas, Märsche und Walzer schwungvoll musiziert. Die internationale Folklore war mit verschiedenen Stücken aus Italien, Spanien, Tschechei, Rußland, Ungarn, Frankreich, Österreich, Mazedonien, Griechenland  sowie aus Süd- und Nordamerika vertreten. Virtuos erklangen hierbei insbesondere französische Musette-Musik, spanische temperamentvolle Folklore und der allseits bekannte griechische Sirtaki „Zorba the Greek“ von Mikis Theodorakis.

Desweiteren wurden auch diverse moderne Rockpop-Stücke des letzten Jahrhunderts mit der nötigen „Coolness“ stilistisch brillant vorgestellt. Insbesondere bei bekannten Popklassiker wie „When I’m 64“ von den Beatles oder „Mamma Mia“ von Abba sprang die Spielfreude auf das Publikum über. Dieses zeigte sich auch sehr angetan von einigen gemischten Besetzungen, welche in Kombination mit Gesang, Gitarre, Bouzouki, Keyboardbaß, Schlagzeug oder Percussion aufwarteten. Besondere Beachtung galt der Interpretation der jeweiligen Vortragsstücke, die mit viel Einfühlungsvermögen in puncto Balgtechnik gestaltet wurden. Dies wurde vor allem bei den konzertanten Stücken aus der Klassik und bei Filmmusik wie „Fluch der Karibik“ von den jeweiligen vortragenden Schülern unter Beweis gestellt. Besonders erfreut zeigte sich Akkordeonpädagoge Helmut Jahn  über die langjährige musikalische Ausdauer einiger Teilnehmer. Folgende Schüler wurden für 10 Jahre am Akkordeon mit einem Präsent geehrt: Felix Wagner (Engelsberg), Emilia Götzberger (Harpfing), Paul Stettner (Obing) und Annelies Putz (Engelsberg).

Mit viel Applaus würdigte das begeisterte Publikum die tollen Leistungen aller teilnehmenden Musikschüler der Sing- und Musikschule Emertsham.

Musikalisches Feuerwerk beim Jubiläumskonzert am 22. 11. 2025

40 Jahre Akkordeonorchester der Sing- und Musikschule Emertsham gebührend gefeiert

Emertsham. Ein klingendes Jubiläum feierte kürzlich das „Akkordeonorchester Emertsham“ anlässlich seines „40-jährigen“ Bestehens. Die 40 Musiker der vier verschiedenen Orchesterformationen unter der Leitung von Helmut Jahn und das „Akkordeon-Orchester Chiemsee“ unter dem Dirigat von Martin Schultheiss brillierten im Postsaal Trostberg vor ausverkauftem Haus.  

Mit dem Motto des Jubiläumskonzertes „Look back“ eröffnete das jugendliche „Akkordeonorchester II“ mit dem gleichnamigen von Helmut Jahn komponierten Titel den Konzertreigen. Unter der erfrischenden Moderation von Rosina Rollfinke, welche als Lehrerkollegin von Helmut Jahn für die Ausbildung der Gitarrenschüler an der Sing- und Musikschule Emertsham zuständig ist, wurden in der Folge mit diversen rückblickenden Bildpräsentationen nostalgische Gefühle bei vielen ehemaligen Orchestermitgliedern und deren Eltern im Publikum geweckt. Bei der musikalischen Orchesterausbildung ist Helmut Jahn die rhythmische Schulung im Bereich der modernen, zeitgemäßen Literatur wie Rock und Pop besonders wichtig. So musizierten mit viel Spaß die Nachwuchs-Kids die von Helmut Jahn arrangierten Titel „Opening“, „Westcoast-Rock“ und als Zugabe „Rock’n Roll is back“. In Vorbereitung auf die Fusion des zweiten mit dem ersten Orchester folgten im Anschluß die zwei popigen Stücke „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue und „Never Never“ von Drenchill, gespielt vom „Akkordeonorchester II und I“, welche eine äußerst beachtliche Einheit bei den rhythmisch fordernden Titeln bildeten.

Das „Akkordeonorchester I der Sing- und Musikschule Emertsham“ brillierte unter der Leitung von Helmut Jahn (links im Bild) beim „40-jährigen Jubiläumskonzert“ im Postsaal Trostberg zusammen mit ehemaligen Orchesterspielern in der Besetzung „Einst und jetzt“. Das begeisterte Publikum quittierte die grandiose Leistung mit langanhaltendem Applaus. (Foto: Peter Bichler)

Ganz andere Literatur für das Akkordeonorchester bot im Anschluß als Gastorchester das „Akkordeon-Orchester Chiemsee“ unter der Leitung von Martin Schultheiss. Als erstes musizierten die zehn Musiker, welche alle rund um den Chiemsee beheimatet sind, in einer federleichten Interpretation das Walzerstück „Belle of the ball“ von Leroy Anderson. Der von Ian Watson komponierte „Two Tango“ erinnerte danach an Astor Piazzolla, den Meister des „Tango nuevo“. Mit dem Titel „Cubanola“ des Akkordeonvirtuosen Pietro Frosini entführte das „AO Chiemsee“ das Publikum dann gedanklich in die Karibik, genauergesagt in die Straßen von Havanna nach Kuba. Nach den temperamentvollen süd- und mittelamerikanischen Rhythmen ging die musikalische Reise als Kontrast nach Irland. „The Londonderry Air“, welche als inoffizielle Nationalhymne bei Veranstaltungen in Nordirland verwendet wird, versprühte in der gefühlvollen Interpretation mit Mundharmonika-Solist Richard Christlmaier viel Herzenswärme unter den Zuhörern. Schließlich begeisterte die von Martin Schultheiss mit präzisem Dirigat geführte Formation beim  jiddischen Klezmerstück „Mazel tov“ in seinem reich an Tempowechseln gestalteten Arrangement von Markus Fink das Publikum so sehr, daß sie um eine Zugabe nicht herum kam. Nach der kleinen musikalischen Weltreise bedankte sich das „Akkordeon-Orchester Chiemsee“ für den reichhaltigen Applaus noch passend mit dem Titel „What a wonderful world“, dem einstigen Welthit von Jazz-Trompeter Louis Armstrong.

Nach der Pause betrat dann unter den Klängen von Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ das „Akkordeonorchester Emertsham I“ die Bühne. Und ja, das Jubiläumsorchester mit derzeit 19 Spielern, brannte wahrlich ein Feuerwerk an bekannten Melodien, vornehmlich aus dem Bereich der Popmusik ab. Nach dem Eröffnungstitel „1980-F“ der Gruppe „After the fire“ blickte man in die Anfangszeit der Sing- und Musikschule Emertsham, in die 80ger Jahre zurück. Im Gründungsjahr 1985 leitete damals Helmut Patermann das Akkordeonorchester der Musikschule Emertsham, welches er dann 1988 an Helmut Jahn, Absolvent am Hohner-Konservatorium im Mekka der Akkordeonlehrer-Ausbildung in Trossingen, übergab. Neben vielen Auftritten in den umliegenden Gemeinden ging das Emertshamer Akkordeonorchester auch immer wieder auf Reisen im In- und Ausland. So erinnerte der anschließend dargebotene temperamentvolle „Zigeunertanz“ von Hans-Jürgen Schmid an die schöne Konzertreise 1993 nach Ungarn mit dem großartigen Auftritt in der Sporthalle von Pécs vor 3000 Zuhörern. Das populäre „Hallelujah“ des kanadischen Singer-Songwriters Leonard Cohen stand danach gleich für drei Erinnerungspunkte. Zunächst gedachte man der leider verstorbenen ehemaligen Orchestermitglieder Josef Gruber aus Kienberg und Schlagzeuger Werner Ortbauer aus Polling. Desweiteren war dieses Stück auch Erinnerung an einige besondere Kirchenkonzerte und aber auch an viele festlich gestaltete Orchesterspieler-Hochzeiten. Jedoch gab es neben den Hochzeitsfeiern auch viele andere Gelegenheiten für diverse Feierlichkeiten, sowie auch gemeinsame Freizeit-Ausflüge, welche das gesellige Beisammensein und die Orchestergemeinschaft festigten. Nach dem Motto „Es lebe das Leben“ spielte man hierzu passend das Stück „Viva la Vida“ von Coldplay in einem Arrangement von Rudi Braun. Der nächste Titel „Bella Ciao“ spiegelte in der folgenden Bearbeitung von Bernd Glück mit seinen diversen Tempowechseln  das „Auf und Ab“ in den vielen Orchesterjahren, in denen man immer wieder Spielerabgänge zu verkraften hatte, die mit einer kontinuierlichen Nachwuchsausbildung kompensiert werden mußten. Mit Tina Turners Erfolgshit „The Best“ erinnerte man sich an die schönen Erfolge bei Kritikspielen, welche das Orchester immer durch lehrreiche Jurybesprechungen musikalisch voranbrachte. Neben vier Teilnahmen beim „World Music Accordion Festival“ in Innsbruck konnte man sich auf Landesebene beim „Bayerischen Akkordeonorchester-Wettbewerb“ fünf Mal einen 1. Platz erspielen und wurde in den 40 Jahren insgesamt mit 10 Pokalen ausgezeichnet.

Höhepunkt des Abends war dann das Orchester „Einst und jetzt“, bei dem, verstärkt durch eingeladene ehemalige Orchesterspieler, die Formation auf beeindruckende 30 Mitwirkende anwuchs. Als einziges ehemaliges Orchestermitglied im Gründungsorchester war auch Alexandra Preintner aus Emertsham dabei. Die Tochter des leider verstorbenen Gründungsvaters und langjährigen Musikschulleiters der Sing- und Musikschule Emertsham Andreas Mayr freute sich sehr über die Einladung und genoß ihren Auftritt. Der symphonisch anmutende Orchesterklang bei der Pop-Hymne „Music“ von John Miles und den folgenden Zugaben „Life is Live“ von Opus und „We are the Champions“ von Queen begeisterte das Publikum, welches mit langanhaltendem Applaus die grandiose Leistung aller Mitwirkenden würdigte.

Ihm Rahmen des Konzertes wurden auch folgende Spieler für ihr langjähriges Engagement im „Akkordeonorchester der Sing- und Musikschule Emertsham“ mit einem Präsent, sowie einer Urkunde und Ehrennadel des „Deutschen Harmonika-Verbandes“ geehrt:

20 Jahre: Andrea Götzberger (Harpfing/Schnaitsee)

30 Jahre: Cornelia Trentl (Garching a. d. Alz)

500 AO-Proben: Georg Jäger (Kirchweidach) / Cornelia Forster (Garching/Alz) / Jürgen Wörgant (Zeilarn/Rottal-Inn)